Reinraumerweiterung des IHP: Ein Blick hinter die Planung

Reinraumerweiterung des IHP: Ein Blick hinter die Planung

Die Planung und Realisierung von Reinräumen gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der technischen Gebäudeausrüstung. Als Ingenieurbüro für Versorgungstechnik durften wir für das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) bei der Erweiterung ihrer Produktions- und Laborumgebung begleiten, ein Projekt, das hohe technische Anforderungen mit engen Zeitvorgaben verband.

In diesem Beitrag geben wir Einblicke in die Planungsprozesse, technischen Herausforderungen und Lösungsansätze, die dieses Reinraumprojekt geprägt haben.

Von der ersten Anforderungsanalyse bis zur Inbetriebnahme

Jede erfolgreiche Reinraumplanung beginnt mit einer detaillierten Analyse der Anforderungen. Für den Kunden IHP ging es um die Erweiterung des bestehenden Gebäudes, um einen Reinraum mit ca. 500 m² für die Forschung. Die Herausforderung: Die neuen Reinräume mussten nahtlos in die bestehende Infrastruktur integriert werden, bei laufendem Betrieb.

Unsere Vorgehensweise in der Projektphase:

  1. Bedarfsanalyse & Konzeption: Gemeinsam mit dem Auftraggeber definierten wir die erforderlichen Reinraumklassen nach DIN EN ISO 14644 sowie spezifische Anforderungen an Temperatur, Luftfeuchte und Partikelkonzentration.
  2. Planung der technischen Gebäudeausrüstung: Entwicklung eines integrierten TGA-Konzepts für Raumlufttechnik, Medienversorgung und Gebäudeautomation.
  3. Koordination mit Gewerken: Enge Abstimmung mit Bau, Elektrotechnik und Reinraumausbau, um Schnittstellen frühzeitig zu klären.
  4. Inbetriebnahme & Qualifizierung: Begleitung der Abnahme und Unterstützung bei der normkonformen Dokumentation.

Anspruchsvolle Anforderungen an die Planung

Die Anforderungen an Reinräume sind je nach Branche und Prozess unterschiedlich. Bei IHP stand die Reinraumumgebung für die Forschung in der Mikroelektronik im Fokus. Diese anspruchsvollen Anforderungen spiegeln sich auch in der Honorarzone II bis III wider. Das Büro IP durfte sowohl die Realisierungsstudie als auch die Leistungsphasen 2-8 gemeinsam mit dem Generalplaner HENN übernehmen.

Das Ingenieurbüro IP durfte bereits mehrere Baumaßnahmen für das Leibniz-Institut übernehmen und konnte durch diese Erfahrung, gemeinsam mit allen Projektbeteiligten, zu einem reibungslosen Ablauf der Planungsphase unter ständiger Beachtung aller technischer Normen beitragen. Dasselbe gilt auch für die zweijährige Phase der Bauausführung.

Die Einhaltung dieser Parameter ist entscheidend für die Produktqualität und regulatorische Compliance. Unsere Aufgabe war es, ein RLT-Konzept zu entwickeln, das diese Anforderungen zuverlässig erfüllt – bei gleichzeitig wirtschaftlichem Betrieb.

Hinweis: Sie planen einen Reinraum oder die Erweiterung bestehender Anlagen? Erfahren Sie mehr über unsere Leistungen in der Reinraum- und Laborplanung.

Herausforderungen bei der Planung im laufenden Betrieb

Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt war die Integration der neuen Reinräume in den laufenden Betrieb. Produktionsunterbrechungen sollten auf ein Minimum reduziert werden.

Unsere Lösungsansätze:

 

  • Phasierte Bauabschnitte: Die Arbeiten wurden in klar definierte Phasen unterteilt, um den Betrieb in den bestehenden Bereichen nicht zu gefährden.
  • Temporäre Trennwände: Abschottung der Baustelle durch provisorische Reinraumschleusen.
  • Detaillierte Schnittstellenplanung: Frühe Abstimmung mit allen Gewerken, um Verzögerungen zu vermeiden.
  • Qualifizierung in Etappen: Abschnittsweise Inbetriebnahme und Qualifizierung der neuen Reinräume.
 

Diese Vorgehensweise ermöglichte es, die Projektziele termingerecht zu erreichen, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.

Medienversorgung und Gebäudeautomation

Neben der RLT-Planung umfasste das Projekt auch die Medienversorgung sowie die Integration in die Gebäudeautomation.

 

Medientechnik:

 

  • Zentrale Druckluftversorgung mit Filtersystem und Kältetrockner, Stickstoff
  • Leitungsführung in Reinraum-konformer Ausführung
  • Redundante Auslegung kritischer Versorgungssysteme
 

Gebäudeautomation (GA):

 

  • Zentrale Überwachung aller RLT-Parameter (Temperatur, Feuchte, Druck, Partikelzählung)
  • MSR-System  mit Kommunikation über BAC-net
  • dezentrale Raumautomation über Systembus
  • teilweise Regelanforderungen +/- 1 K
  • Luftbilanzregelung Labore
  • Integration in bestehendes Gebäudeleitsystem (GLT)

 

Die Gebäudeautomation stellt sicher, dass alle Prozessparameter kontinuierlich überwacht und dokumentiert werden – eine Grundvoraussetzung für die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Sie benötigen Unterstützung bei der Planung von Medienversorgung oder Gebäudeautomation? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

 

Fazit: Erfolgsfaktoren in der Reinraumplanung

Die Reinraumerweiterung des IHP zeigt, worauf es bei komplexen TGA-Projekten ankommt:

  1. Detaillierte Anforderungsanalyse: Nur wer die technischen und regulatorischen Anforderungen genau kennt, kann ein passgenaues Konzept entwickeln.
  2. Integrale Planung: RLT, Medienversorgung und Gebäudeautomation müssen als Gesamtsystem gedacht werden.
  3. Schnittstellenkoordination: Frühzeitige und kontinuierliche Abstimmung mit allen Gewerken vermeidet Verzögerungen und Mehrkosten.
  4. Erfahrung im Bauen im Bestand: Die Integration neuer Reinräume in bestehende Strukturen erfordert besondere Sorgfalt und Planung.
  5. Compliance & Dokumentation: normkonforme Planung und lückenlose Dokumentation sind entscheidend für die Zulassung und den späteren Betrieb.
 

Als Ingenieurbüro mit langjähriger Erfahrung in der Planung von Reinräumen, Laboren und Produktionsumgebungen begleiten wir Sie von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Inbetriebnahme.

Sprechen Sie uns an – wir freuen uns darauf, auch Ihr Projekt zu realisieren.

 

Weiterführende Links:

Reinraum- und Laborplanung: Unsere Leistungen

Referenzprojekte Reinraumtechnik

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